Woche #13 – Innehalten und genießen
Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Der Abschluss der einen Sache bedeutet nicht, dass es am nächsten Arbeitstag nichts mehr zu erledigen gibt. Wer das ignoriert, arbeitet ungeplant und nicht strategisch.
Aber wer meint, am Tag einer Veranstaltung oder beim Projektabschluss ausschließlich an die nächsten Dinge denken zu müssen, schafft sich und anderen ein Arbeitsklima ohne Freude, Stolz und Reflexion.
Im idealen Fall wählt man keine Aufgaben, nur um Aufgaben zu haben. Sie sollten einem höheren Zweck als der reinen Beschäftigung dienen. Durch ihre Erledigung sollten festgelegte Ziele erreicht werden. Freilich werden Zielsetzungen nicht immer zu 100 Prozent erfüllt. Dagegen kommt es ebenso oft genug vor, dass Erfahrungen und Wissen erlangt werden, die sich aus den Seiteneffekten der eigenen Arbeit ergeben. Das heißt, es wurden vielleicht nur 95 Prozent des Geplanten umgesetzt, aber gleichzeitig ein nicht quantifizierbarer zusätzlicher Teil erlangt. In jedem Fall wird man etwas umgesetzt, auf die Beine gestellt und angeboten haben. Und genau das gilt es zu würdigen, egal, ob es vollständig oder perfekt ist oder nicht.
Das Freiwilligen-Zentrum Straubing leistete in den letzten Tagen erstens hervorragende politische Bildungsarbeit mittels einer Filmvorführung über den Iran und lud ferner zu Straubings größten Bücherflohmarkt ein, der von Tausenden Besucher*innen aufgesucht wurde. Anstatt unseren Vorstand, meine Kolleg*innen und mich mit neuen Anfragen, Ideen und Erledigungen zu belasten, war es mir wichtiger, dass wir den Moment genossen, uns unseren Erfolgen bewusst wurden und gemeinsam stolz und dankbar für alles sein konnten. Auch in der Reflexion zu Beginn der kommenden Arbeitswoche werde ich zunächst genau darauf fokussieren, bevor wir darüber nachdenken, was wir das nächste Mal besser machen können und welche Aufgaben nun anstehen.
Wer sich nicht die Energie aus einer Veranstaltung oder einem Projekt wieder herausholt, die sie oder er reingesteckt hat, verliert früher oder später die Lust an der eigenen Tätigkeit und arbeitet nur noch Dinge ab. Sich Zeit zu nehmen und seine Erfolge in den Blickpunkt zu rücken, ist dementsprechend das Mittel der Wahl, um solchen Negativentwicklungen vorzubeugen und der eigenen Arbeit einen hohen Wert zu verleihen.
