Woche #18 – Eine Frage in die Runde
Häufig realisiert man Projekte nicht allein. Zusammen mit Projektpartner*innen teilt man sich Ressourcen und arbeitet gemeinsam für eine Sache. Nach außen hin wird das oft auf Grundlage penibel erstellter Vorschriften kommuniziert. Es müssen Namen erwähnt, Links gesetzt und Logos gezeigt werden.
Es sei nun folgender Kontext beschrieben, der so oder so ähnlich gegeben sein könnte: Seit Jahren besteht eine Partnerschaft. Man hielt sich an alle Vereinbarungen. Man gab etwas und man erhielt etwas. Irgendwann wurden von einer Seite aus neue Pläne gemacht, die in den Raum gestellt wurden. Um die Umsetzung der Pläne kümmerte man sich nicht, Entscheidungen wurden nie getroffen, aber im Hintergrund waren die Pläne irgendwie immer vorhanden. Jahre später, aus dem Nichts, erscheint in der Tageszeitung ganz beiläufig ein Satz: Der Projektstandort wird sich im nächsten Jahr ändern. Das klingt nach keiner großen Sache. Aber wenn ein Partner bisher die Aufgabe hatte, Räumlichkeiten und Personal bereitzustellen durch den Umzug des Standorts für diese Ressourcen kein Bedarf mehr besteht, ändert sich die Sachlage. Noch schwerer wiegt dieser Sachverhalt, wenn man bedenkt, dass Tatsachen durch einen Zeitungsartikel geschaffen wurden, ohne zuvor innerhalb der Partnerschaft miteinander zu sprechen und Standpunkte auszutauschen. Das größte Problem besteht darin, dass jener Partner, der nun nichts mehr beitragen kann, sowohl nichts mehr geben kann als auch keine Grundlage mehr hat, innerhalb der Partnerschaft etwas zu erhalten. Es findet faktisch ein Ausschluss statt.
Ein solcher Fall birgt unendlich viel Konfliktpotenzial und wirft ein äußerst schlechtes Licht auf die Partnerschaft. Selbst wenn der Konflikt, der durch ein Versäumnis klarer und respektvoller Kommunikation entstanden ist, gelöst werden könnte, leidet die Partnerschaft nichtsdestotrotz darunter. Der Grund ist einfach: Das Vertrauen ist zumindest beschädigt, wenn nicht sogar bereits zerstört.
Solche Fälle entstehen, weil die Phrase „auf Augenhöhe“ noch viel zu oft eine Phrase ist und Einzelinteressen mehr wert sind als Kooperationen. Die folgende Frage kann auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven beantwortet werden. Daher möchte ich in die Runde fragen: Was tut man in einem solchen oder ähnlichen Fall?
