Woche #4 – Über Kommunikations-Kanäle

Am 25. Juli 2026 fand das Festival der Demokratie in Straubing statt. Wir vom Freiwilligen Zentrum Straubing nahmen natürlich auch daran teil. Sowohl Tage zuvor als auch am Veranstaltungstag selbst bekam ich einen Eindruck davon, wer aktuell von unserer externen Kommunikation erreicht wird.

Zwei Wochen zuvor begannen wir, das Festival auf Instagram und Facebook zu bewerben. Wir machten Postings mit neuem Design, verschiedenen Slides und Call-to-Actions, alles zugeschnitten auf unsere Zielgruppe, das heißt Bilderbucharbeit. Gleichzeitig nutzten wir unsere Newsletter. Das Ergebnis war positiv: Wir erlangten neue Follower*innen, hatten ein paar sinnvolle Interaktionen und bekamen Unterstützung am Festival-Tag.

Darüber hinaus kamen jedoch keine weiteren Kontakte zustande, das heißt beispielsweise mit Personen, die das Freiwilligen Zentrum Straubing nicht kennen oder noch nie am Festival der Demokratie teilnahmen. Wir kommunizierten an sich nur in einer Blase aus Freiwilligen, Vereinen und Organisationen. Es fehlten daher einfach die Berührungspunkte mit Straubing an sich, obwohl seitens der Organisator*innen Plakate, Verteiler, Newsletter und Social Media genutzt wurden.

Oft bekam ich das Feedback, dass Leute nur zufällig zum Festival gelangten. Sie hätten gar keine Informationen erhalten. Mitarbeitende anderer Organisationen meinten, sie wären nie auf das Festival gestoßen, hätte sie ihr Dienstplan nicht darüber informiert. Das Übrige tat die Hitze an dem Tag. Das Ergebnis war: Unser Netzwerk traf und stärkte sich, aber die Straubinger*innen in ihrer Vielfalt blieben überwiegend aus. Dialoge fanden so kaum statt. Nur wenige Meter weiter vom Festival entfernt saßen Menschenmassen unter Sonnenschirmen. Dort aßen sie zu Mittag oder Tranken etwas Kühles. Den Weg zu uns fanden sie nicht.

Wir selbst waren mit einem Stand vertreten. Den Willkommensbereich zierten wir mit einem riesigen Roll-up und einer Beach-Flag voller Informationen über uns sowie mit unserem Logo und Namen. Zwei neugierige Damen traten an unseren stand, sprachen gut 15 Minuten mit uns, nur um dann zufällig auf irgendeinem Faltblatt zu erkennen, dass sie beim Freiwilligen Zentrum Straubing gelandet sind, was sie erstaunte. Beach-Flag und Roll-up wurden offensichtlich nicht eines Blickes gewürdigt, obwohl man annehmen müsste, dass sie die Eye Catcher sein müssten.

Das sind zunächst die Fakten, keine Wertung. Das bedeutet nicht, dass die Kommunikation an sich falsch war. Aber das Festival der Demokratie zeigte, wie selektiv sich Menschen Informationen suchen und dass selbst die beste Werbung manchmal nicht genug ist, wenn u. a. nicht die richtigen Kanäle angesteuert werden.

In den nächsten Monaten erwarten uns daher Analysen, Optimierungen und Neukonzeptionen. Gehen wir es an!

René Kanzler

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